Zum Inhalt springen
OrtmannConsulting
Zurück zur Übersicht

Konzern-Compliance, Bauchemie

10.872 EU-Konformitätserklärungen statt Copy-Paste

Für die neue EU-Verpackungsverordnung waren Konformitätserklärungen in 12 Sprachen für rund 900 Verpackungsmaterialien nötig. Statt sie einzeln zu füllen, erzeugt und verteilt eine Pipeline sie in einem Lauf.

Jahr
2026
Leistungen
Automatisierung
Bereich
Bauchemie
Rolle
Intern, angestellt

Umgesetzt in angestellter Rolle für einen internen Fachbereich, nicht als externes Beratungsmandat. Das Unternehmen wird nicht genannt.

10.872Erzeugte Dokumente906 Materialien × 12 Sprachen
0Fehlgeschlagene Uploadsbei 5.288 übertragenen PDFs
65.388Ablagen im Zielsystem

Ausgangslage

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung 2025/40) verlangt ab dem 12. August 2026 für Verpackungen eine Konformitätserklärung. Vorhanden war: ein juristisch freigegebener Text als Word-Dokument. Gegenüber standen rund 1.200 Verpackungsmaterialien, hergestellt an 11 europäischen Standorten, vertrieben unter 9 Marken, benötigt in 12 Sprachen.

Wie der Zwischenstand aussah, liegt im Projektordner: eine große Excel-Arbeitsmappe, sichtbar von Hand gepflegt — je Materialzeile händisch verknüpft mit Werk, Rechtsträger, Anschrift und Unterzeichner, dazu Hilfsblätter, die Verpackungskomponenten auf Produktfamilien zurückführen. Die Aufgabe war nicht kompliziert. Sie war nur unmöglich oft.

Ansatz

Vier Stufen, alles einfache Python-Skripte:

  1. Vorlage einmal je Sprache. Das freigegebene Word-Dokument wird programmatisch in eine getaggte Vorlage überführt — Wortlaut und Formatierung bleiben exakt erhalten, nur die variablen Stellen und das Signaturbild werden zu Platzhaltern.
  2. Erzeugen. Ein Generator liest den Stammdaten-Export, füllt je Material und Sprache ein Dokument, setzt die Unterschrift des zuständigen Zeichnungsberechtigten ein und wandelt docx → PDF über eine ferngesteuerte lokale Word-Instanz. Ein Datenqualitäts-Gate verweigert die Erzeugung aus unvollständigen Zeilen und schreibt sie stattdessen in einen Ausnahmebericht.
  3. Verteilen. Jedes Master-PDF wird in die Zielstruktur kopiert: eine Bibliothek je Marke, darunter Dokumentart, Produktfamilie, Sprache. Jede Platzierung wird als CSV-Zeile protokolliert — 65.388 Dateien, jede einzeln belegt.
  4. Hochladen. Der Upload läuft über die Microsoft-Graph-API mit delegierter Anmeldung: Das Skript kann prinzipiell nie mehr Rechte haben als die angemeldete Person. Ausgeführt in Stufen — Leseprüfung, Einzeldatei-Test, Vollauf.

Der Punkt, an dem es anders hätte laufen können

Wenige erzeugen, viele kopieren.

Dasselbe Verpackungsmaterial wird von Dutzenden Produktfamilien über mehrere Marken hinweg verwendet, und die Zielstruktur verlangt das Dokument in jedem betroffenen Ordner. Der naheliegende Weg wäre gewesen, je Zielort zu erzeugen. Das System erzeugt stattdessen genau ein Dokument je Material und Sprache und erreicht die Ordnerabdeckung durch Kopieren.

Der teure, störanfällige Schritt — die PDF-Konvertierung über Word — läuft damit einmal je eindeutigem Dokument statt 65.388-mal. Eine Änderung an der Ordnerlogik ist danach eine Neuverteilung von Sekunden, kein Neulauf von Stunden.

Bemerkenswert ist die Gegenrichtung: Der ursprüngliche Plan sah eine Erklärung je Produktfamilie mit angehängter Materialliste vor — deutlich weniger Dokumente. Diese Entscheidung wurde für die gelieferte Fassung umgekehrt, und die Trennung zwischen Erzeugung und Verteilung ist die sichtbare Folge davon.

Ergebnis

10.872 eindeutige PDFs erzeugt, 65.388 Platzierungen in der Zielstruktur, 5.288 Dateien des englischen Satzes hochgeladen — mit null Fehlern. Der Rest wartet auf die juristische Prüfung der Übersetzungen, und das ist keine Formalie: Eine gelieferte „niederländische“ Vorlage enthielt tatsächlich spanischen Text samt KI-Chat-Vorspann. Die Prüfstufe der Pipeline hat das gefangen, bevor ein Dokument entstand.

Bewusst nicht automatisiert: 292 Materialien ohne Produktfamilien-Zuordnung werden nicht geraten, sondern ausgewiesen. Und weil kein Material-zu-Absatzland-Mapping existierte, wird jedes Material in jeder Sprache erzeugt — Vollabdeckung statt einer Annahme, die niemand belegen konnte.

Eingesetzte Technik

  • Python
  • docxtpl / Jinja2
  • Microsoft Word COM
  • Microsoft Graph API
  • SharePoint Online

Weitere Projekte

Konzern-Kundenservice, Bauchemie

2026
11Länder auf einer Plattform

Ein Contact Center für elf Länder — eine Plattform statt elf Inseln

Kundenservice in elf Ländern über Sprache und SMS, mit Daten aus SAP, Salesforce und dem Produktsystem direkt im Arbeitsplatz der Agenten. Länderunterschiede sind Konfiguration, keine eigene Installation.

  • Twilio Flex
  • Twilio TaskRouter
  • Twilio Studio
  • SAP

Vertrieb & Innendienst, Bauchemie

2026
1 + 3Orchestrator und Fachagenten

Ein Orchestrator, drei Fachagenten für Produktauskünfte

Statt eines Agenten mit drei Wissensquellen leitet ein übergeordneter Agent an drei spezialisierte weiter — je einer für ERP-Artikeldaten, Produktinhalte und SharePoint-Dokumente.

  • Microsoft Copilot Studio
  • Azure AI Search
  • Azure Functions
  • SharePoint

Supply Chain, Bauchemie

2026
~334.000Dokumente im Suchindex

Bestand, Nachschub und Dokumente je Artikel auf einer Seite

Rund 334.000 Artikeldokumente aus Data Warehouse und Produktdatensystem, täglich neu aufgebaut. Der Bestand wird aus dem Bewegungsprotokoll hergeleitet, nicht aus der fertigen Bestandsansicht — die meldet Nullbestände nie.

  • Python
  • Azure AI Search
  • Azure Functions
  • Databricks SQL

Ähnlicher Prozess bei Ihnen?

30 Minuten, kostenlos, ohne Verkaufsgespräch. Sie beschreiben, was Zeit kostet — ich sage Ihnen ehrlich, ob sich Automatisierung lohnt.